Långsele – Sundsvall – Gävle

 In Schweden

Donnerstag, 10. September 2020

Familienbesuch in Långsele

Fredericks Cousin und seine Frau Bettina wohnen in dem kleinen Ort Långsele, etwa 1 ½ Autostunden nördlich von Sundsvall und zwei Stunden entfernt in östlicher Richtung von Östersund. Wir wollten die beiden noch vor ihrer Abreise nach Deutschland erwischen und hatten uns für 14 Uhr an diesem Donnerstag verabredet. Es war das erste Mal, dass wir in Schweden so weit nördlich waren, und daher wollten wir diese Gelegenheit nutzen, das Zuhause von Bettina und Harald kennenzulernen. Beide sind seit einigen Jahren Rentner. Es gibt außer der Familienbande ein weiteres gemeinsames Thema, nämlich das Reisen mit dem Wohnmobil und somit den Austausch über die dazu gehörenden Themen wie Reparaturen, das Finden von guten Stellplätzen, etc. …. In den vergangenen Jahren hatten wir uns bereits sporadisch getroffen, wenn sich unsere Reisewege kreuzten.

Seit vielen Jahren leben (und arbeiteten) die beiden in Schweden,- wir waren auch neugierig, wie es sich so hier im nördlichen Schweden wohnt. Ihr schönes Häuschen liegt idyllisch an einem Seitenarm des Faxälven (Der Fluss Fax). Landschaft pur, ein paar Pferde grasen vor der Veranda, dahinter ein Golfplatz.

Das Haus von Bettina und Harald

Das Haus von Bettina und Harald

Östersund - Långsele

Östersund – Långsele

Wir kamen pünktlich an und fielen uns, Corona hin oder her, in die Arme. Bettina hatte leckeren Pflaumenkuchen gebacken. Es gab natürlich viel zu erzählen. Die beiden haben, jeder für sich, ein großartiges Hobby, mit dem sie sich im Winter gut die Zeit vertreiben. Bettina hat sich dem Quilten verschrieben und fertigt in akribischer Kleinarbeit die schönsten Decken mit den fantastischsten Mustern und Farben! Harald baut und werkelt an seiner Modelleisenbahn-Landschaft, und man möchte geradezu dort einziehen, in das kleine Örtchen, das er liebevoll gestaltet hat. Allerdings müsste man sich dafür verkleinern lassen, auf 1:87 19mm. Ach, wäre es nicht schön, sich bei der Tanzschule „Dörte Densing“ (Dirty Dancing) anzumelden, die erlernten neuen Tanzschritte in der Eckkneipe, in der Haralds Band live spielt, vorzuführen? Wir stehen staunend vor dem Speisewagen, in dem Licht brennt und auf den winzigen Tellern unterschiedliche Mahlzeiten platziert sind. Die Macher des Miniatur Wunderlandes Hamburg, des größten Modelleisenbahn-Projektes der Welt, würden sich glücklich schätzen über einen so kreativen Kopf wie Harald einer ist! Aber Hamburg ist einfach zu weit weg …

Haralds beeindruckende Modelleisenbahnanlage

Haralds beeindruckende Modelleisenbahnanlage

Bettina und Harald

Bettina und Harald

Ein Bild aus Vor-Coronazeiten, allerdings auf Haralds Anlage: Reisende stehen dicht gedrängt und ohne Masken auf dem Bahnsteig, das waren noch Zeiten. Man könnte Stunden verbringen, um all die kleinen Details zu betrachten und die Situationskomik zu erkennen. Aber schließlich ruft Bettina zum Abendessen.

Wir nehmen die Einladung der beiden, unsere Wäsche zu waschen und zu trocknen, dankbar an und sind damit erst mal wieder durch! Wir versprechen, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht. Wenn sie einmal in unsere Richtung des Weges kommen, bieten wir diesen Service natürlich auch! Die Zeit flog regelrecht. Plötzlich war es schon fast Mitternacht. Dringend Zeit fürs Bett, Bettina und Harald hatten vor ihrer Abreise noch zwei Termine auf dem Zettel.

Freitag, 11. September 2020

Überraschung auf dem Campingplatz

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns früh. Erstes Ziel war ein Campingplatz in Långsele. Dort sollte man Grauwasser und die Toilettenkassette entsorgen können. Aber als wir dort ankamen , war niemand da und die Entsorgung war nicht möglich. Wir fuhren weiter zum Nachbarort Sellefteå und fragten auf dem dortigen Campingplatz nach. Erstaunlicherweise wurden wir abgewiesen. Nur für Campinggäste sagte man uns. Das ist uns in Schweden zum ersten Mal passiert. Normalerweise bezahlen wir zwischen drei und fünf Euro für einen derartigen Service auf Campingplätzen und gut ist´s.

Wir schauten uns noch kurz den kleinen Ort an – in der hiesigen Apotheke hat Harald gearbeitet. Es gibt dort einen schönen Stadtpark und eine kleine Einkaufsstraße. Aber für uns war es jetzt oberste Priorität, eine Ver- und Entsorgungsstation zu finden und daher ging die Fahrt weiter nach Süden Richtung Sundsvall.

Utopisches Empfangsgebäude auf dem Sellefteå Campingplaty

Utopisches Empfangsgebäude auf dem Sellefteå Campingplatz

Stadtpark in Sellefteå

Stadtpark in Sellefteå

Auf der Strecke erlebten wir – eigentlich das erste Mal – richtig schlechte Straßenverhältnisse. Das war echt nervig und mehr als 60 km/h an Geschwindigkeit waren nicht möglich. Es galt nun,  die Versorgung mit Frischwasser und die Entsorgung des Grauwassertanks und der Toilettenkassette zu erledigen.  Da kam das Hinweisschild auf den Campingplatz Kävsta (steht außerdem auf einer Liste für Ver- und Entsorgungsmöglichkeit) gerade recht, allerdings ist es 20 km von Sundsvall entfernt. Wir fuhren den Platz an und Frederick fragte die junge, blonde Frau an der Rezeption auf Schwedisch nach dem Preis für Ver- und Entsorgung (wir hatten schon mal teure 10€ dafür bezahlt). Sie schaute ihn etwas verständnislos an, sagte dann, dass sie ihn nicht verstünde, bitte noch mal auf Deutsch oder Englisch. Beide lachten sich schief, denn auf Deutsch ging es viel besser! Sie IST Deutsche! Schnell entschieden wir uns hier für eine Übernachtung,

Kävsta Campingplatz

Kävsta Campingplatz

Kävsta Campingplatz bei Sundsvall

Kävsta Campingplatz bei Sundsvall

220 Kronen inklusive Ver- und Entsorgung, Duschen und WC-Nutzung, allerdings ohne Strom, den wir ja nicht brauchten. Das ist okay (Nachsaison) für einen so schönen Platz. Er liegt im Grünen, auf einer großen Wiese, mit Wald auf der einen, Wasser auf der anderen Seite. Der Fluss zieht im Sommer Badende und Angler (kostenfrei) gleichermaßen an.

Wir erfuhren, dass Sandra und ihr Mann Udo – so heißen die beiden Deutschen – ihre erste Saison „überstanden“ hatten. Sie lieben Schweden, haben einige Urlaube im Land  verbracht und sich zu dem Schritt entschlossen, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Nach längerem Überlegen und viel Internet-Recherche entschieden sie sich dann für diesen etwas in die Jahre gekommenen  Campingplatz. Wie sie uns erzählten, spuckten sie tatkräftig in die Hände und verbesserten den Platz nach und nach schon in ihrem ersten Sommer. Natürlich waren sie von der Corona Pandemie bezüglich der Buchungen betroffen, sind aber, wie es sich für Jungunternehmer gehört,  guten Mutes, es zu schaffen. Sie haben trotz vieler Arbeit ihre Zeit und das viele draußen in der Natur sein genossen und schauen mit Freude nach vorn auf die Saison 2021.

Anne mit Sandra vor dem Rezeptionshäuschen

Anne mit Sandra vor dem Rezeptionshäuschen

Långsele - Sellefteå - Sundsvall - Kävsta Camping

Långsele – Sellefteå – Sundsvall – Kävsta Camping

Von der Nachbarschaft (die gibt’s wirklich, auch wenn man keine weiteren Häuser dort sieht) bekommen sie viel moralische Unterstützung und lernen dabei gleichzeitig step-by-step die Landessprache. Sandra wurde sogar schon zur Elch-Jagd eingeladen. Aber dann wurde das Wetter schlecht und die Jagd abgebrochen. Was für’n Glück für sie – und für den Elch!

Wir haben uns bei den beiden gut aufgehoben gefühlt, wären gern zum Ausspannen noch einige Tage länger geblieben, haben aber noch weitere Ziele bis zur Heimkehr nach Deutschland Ende September. Ganz viel Glück den beiden und auf ein Wiedersehen! Hier ein Link Kävsta Camping

“Steinstadt” Sundsvall

Über eine App fanden wir die Gasfüllstation in Kvissleby bei Sundsvall. Dort fuhren wir jetzt hin. Außerdem musste auch noch Proviant gebunkert werden. Wir  waren überrascht, wie problemlos das Gastanken vor sich ging. Sowohl unsere fest installierte Tankflasche, als auch die deutsche Tauschflasche (das ist eher ungewöhnlich) wurden gefüllt.

Auf dem Rückweg von der Gasfüllstation zum Campingplatz besuchten wir noch die Küstenstadt Sundsvall, bekannt in Schweden als die “Steinstadt”. Natürlich wollten wir wissen, wie Sundsvall zu dieser Bezeichnung kam. Die Erklärung ist genauso einfach wie dramatisch: Am 25. Juni 1888 wurde durch Funkenflug aus dem Schornstein eines im Hafen liegenden Dampfers ein verheerender Brand ausgelöst. Da wie überall sonst in Schweden, die Gebäude in den Städten zu der Zeit noch überwiegend aus Holzhäusern bestanden, hatten die Flammen eine leichte Beute. Am Tag des Brandes herrschte ein starker Wind und recht hohe Temperaturen. Diese Kombination führte zu einer rasend schnellen Ausbreitung des Feuers. Die gesamte Innenstadt und die Hafengebäude wurden total zerstört. Dass “nur” vier Menschen in den Flammen starben, ist dem heroischen Einsatz vieler Bürger der Stadt zu verdanken, die unter Gefahr für das eigene Leben durch das Feuer bedrohte Menschen retteten. 9000 Einwohner verloren aber ihr Zuhause. Link zu Originalfotos vom Brand.

Dies war das vierte Mal, dass Sundsvall durch Feuer zerstört wurde, und die damals Verantwortlichen entschieden sich, beim Wiederaufbau auf Stein statt Holz zu setzen, was der Stadt danach den Beinamen “Stenstaden”, übersetzt “Steinstadt” einbrachte. Den Stadtplanern und Architekten stand dank üppiger Versicherungsfonds und den gut gefüllten Konten der Industriellen ein beachtliches Budget zur Verfügung. Schwedens Top-Architekten wurden engagiert, um ein Ensemble aus palastartigen Wohnhäusern, stattlichen Hotels und repräsentativen Geschäfts- und Bankgebäuden zu schaffen. So wurden in nur sechs Jahren rund 600 Gebäude fertiggestellt, die von Städten wie Wien und Berlin inspiriert sind. Man plante keine einzelnen Häuser oder Gassen mehr, sondern ganze Viertel mit breiten Alleen, öffentlichen Plätzen und grünen Oasen. Luft, Licht und Brandschutz waren die Leitmotive der Stadtplaner des 19. Jahrhunderts.

Gustav II Adolf Statue

Gustav II Adolf Statue

Das Hirschka-Haus

Das Hirschka-Haus

Rathaus und großer Platz in Sundsvall

Rathaus und großer Platz in Sundsvall

Wir parkten nahe der Innenstadt und machten einen Rundgang durch die schöne Fußgängerzone. Dabei stießen wir auf unterschiedlichste, beeindruckende Architektur, darunter Jugendstil, Neo-Renaissance und Nationalromantik. In Schweden kann nur Stockholm mit diesen Prachtbauten mithalten. Alles war sehr sauber und gut erhalten. Dem Anzeichen nach tut sich auch in der heutigen Zeit einiges im Hinblick auf  Stadtentwicklung. Entlang des Wassers wird noch kräftig gebaut und saniert. Besonders beeindruckt das “Hirschka Huset” am Großen Platz im Zentrum. Auf den ersten Blick glaubt man das Rathaus vor sich zu haben, aber weit gefehlt: Beim Hirschka Huset handelt es sich um ein prachtvolles Geschäftshaus, das nach dem großen Brand von dem Unternehmer Isaak Hirsch in Auftrag gegeben wurde und 1891 fertiggestellt wurde. Auf dieses Gebäude geht auch die Geschichte mit den Drachen in der Stadt zurück, denn auf einem der Türme des Hirschka-Husets wurde die Skulptur eines Feuer-speienden Drachens aufgesetzt, der das Haus vor zukünftigen Gefahren schützen sollte. Seitdem gilt der freundliche Drachen als Schutzmaskottchen Sundvalls.

Frederick mit Drachen

Frederick mit Drachen

Anne mit Drachen

Anne mit Drachen

Fliegender Drachen

Fliegender Drachen

Bereits in Östersund wunderten wir uns über die vielen, lustigen Dinos in der dortigen Innenstadt. Vetter Harald aus Långsele hatte uns über die Östersund Dinos aufgeklärt. Hier kurz , was er uns schrieb: “Bei den Dinos geht es um das “Storsjöodjur”, also das Untier vom Storsjö. Älter als Nessie, schon 1050 auf einer Felszeichnung zu sehen, die Sichtung bisher mindestens 260 mal bezeugt und mit eigener Ausstellung im Jämtli-Museum. Rund um den Storsjö gibt es mehrere Aussichts- und Beobachtungsplattformen. Touristisch gut vermarktet. Jeder Biathlet auf dem Treppchen beim Weltcup in Östersund bekommt ein Stofftierexemplar”.

Hier in Sundsvall sind es keine Dinos, sondern die lustigen Drachen, die man in unterschiedlichsten Formen und Farben im Stadtzentrum findet.

Autobahnbrücke über den "Bottenhavet", den Sund vor Sundsvall

Autobahnbrücke über den “Bottenhavet”, den Sund vor Sundsvall

Storatorget (Großer Platz)

Storatorget (Großer Platz)

Wir hätten uns gern noch gründlicher in der Stadt umgesehen, aber es war bereits nach 17 Uhr, die Geschäfte schlossen nach und nach, Museen waren wegen Corona sowieso nicht geöffnet und die beeindruckende Kirche konnten wir nur von außen bewundern – die Türen waren leider schon geschlossen. Da wir am nächsten Tag schon weiter wollten (wegen unseres Laptops) entschieden wir uns, Sundsvall bei einem zukünftigen Besuch mehr Zeit zu widmen.

Jetzt war es an der Zeit, zum Campingplatz zurückzufahren.

Lustiger Parkeingang: Ja - Nein - Weiß Nicht

Lustiger Parkeingang: Ja – Nein – Weiß Nicht

Storatorget Sundsvall

Storatorget Sundsvall

Samstag, 12. September 2020

Über Stocka nach Hudiksvall

Nach einer wirklich ruhigen Nacht auf dem schönen Campingplatz verabschiedeten wir uns von Sandra und Udo auf dem Campingplatz und fuhren weiter Richtung Süden. Erstes Ziel war der kleine Küstenort Stocka, empfohlen von Cousin Harald. Hier gibt es tatsächlich einen Wohnmobilstellplatz am Wasser, allerdings ohne jeglichen Service. Aber wir wollten hier sowieso nicht übernachten, sondern noch weiter nach Hudiksvall. Aber zu einem kurzen Rundgang durch den Ort reichte es noch. Außerdem kauften wir noch einiges im Dorfladen ein. Dieser Laden weckte Erinnerungen an unseren eigenen “Village Store” in Cornwall, den wir dort von 1998 bis 2005 betrieben.

Typisch schwedisches Landhaus in Stocka

Typisch schwedisches Landhaus in Stocka

Bootsschuppen an der Schärenküste in Stocka

Bootsschuppen an der Schärenküste in Stocka

Stocka Dorfladen

Stocka Dorfladen

Ferienhäuser und Bootsschuppen in Stocka

Ferienhäuser und Bootsschuppen in Stocka

Eine gute Stunde später waren wir in Hudiksvall und parkten das Wohnmobil mitten im Zentrum. Der Platz schien sich für eine Übernachtung zu eignen. Neben uns stand ein Wohnmobil mit schwedischem Kennzeichen. Der muss es ja wissen (… ob man hier stehen durfte). Die Schilder am Parkplatz waren nicht so eindeutig zu interpretieren.

Kävsta Camping - Stocka - Hudiksvall

Kävsta Camping – Stocka – Hudiksvall

Zunftzeichen

Zunftzeichen

Hudiksvall und Stadtzentrum

Hudiksvall und Stadtzentrum

Wie wir es schon andernorts erlebt hatten, war auch hier am Samstagnachmittag „tote Hose“. Wo waren bloß all die Bewohner? Vielleicht hat aber auch alles mit Corona zu tun, dass nichts los ist. Ein schöner Park mit hunderten von Gänsen auf dem Wasser und der Wiese zog uns an. Da war Malente mit seiner alljährlichen Gänsepopulation an der Diekseepromenade wirklich ein Waisenknabe gegen dieses Geschnatter und Gewusel. Frederick konnte ein paar witzige Fotos schießen.

Tausende Gänse am Stadtpark

Tausende Gänse im Stadtpark

Graugänse, Canadagänse und Nonnengänse friedlich zusammen

Graugänse, Canadagänse und Nonnengänse friedlich zusammen

Bald hatten wir den Ort erkundet, hübsche Holzhäuser, das „echte“ Schweden also – Bootshafen, Wassersport und so viele Kneipen, Restaurants, Cafés, nicht zu vergessen aber eine recht langweilige und ausnahmsweise mal kurze Einkaufszeile. Allerdings machte das eine moderne Shopping-Arkade wett, eine kleine, überdachte Galerie sozusagen. Es war aber bereits 17 Uhr, so dass die Läden auch hier nach und nach schlossen.

"Gamla Båthus" Alte Bootshäuser und Sportboothafen

“Gamla Båthus” Alte Bootshäuser und Sportboothafen

Lagerhäuser am Stadtkanal

Lagerhäuser am Stadtkanal

Leider wurde es hier keine ruhige Nacht, weil die Jugendlichen und Rocker (irgendwie typisch für Freitag/Samstagabend, nicht nur in Schweden) in tollen Fahrzeugen – in der Regel amerikanische Straßenkreuzer aus den 50er- und 60er Jahren mit laut röhrenden Achtzylindermotoren und überdimensionierten Lautsprecheranlagen den ganzen Abend „cruisten“ (sinnlos umherfahren …) und dabei einen mit der aus den Lautsprechern schallenden Musik einen Höllenkrach veranstalteten. Teilweise trieben sie sich sogar auf unserem Parkplatz nur wenige Meter vom Wohnmobil entfernt herum. So ging es bis 3 Uhr morgens (Frederick war kurz davor, den Platz zu wechseln, aber da unser schwedischer Wohnmobil-Nachbar mit Hund durchhielt, blieben wir auch). Es war schon heftig und wirklich kein Vergnügen, in Dauerbeschallung und höchster Lautstärke die neuesten Rapp Songs zu hören, wenn man versucht zu schlafen. Wer das noch nicht erlebt hat, macht sich keine Vorstellung davon. Das nächste Mal lieber wieder auf einem Dorf übernachten, aber auch da kann es einen treffen mit der Dorfjugend! Alles schon erlebt …

Sonntag, 13. September 2020

Gävle (ca. 75.000 Einwohner)

Schwer gebeutelt nach der nächtlichen Beschallung krochen wir aus den Kojen. Ein schnelles Müsli-Frühstück und bloß weiter! Tagesziel war die Großstadt Gävle (102.000 Einwohner) an der schwedischen Ostseeküste, 175 km nördlich von Stockholm. Leicht fanden wir den im Voraus ausgesuchten Stellplatz an der Gävleån, dem quer durch die Stadt fließenden Fluss.

Teures Wohnprojekt gegenüber unseres Stellplatzes

Teures Wohnprojekt gegenüber unseres Stellplatzes

Flötist in Fußgängerzone

Flötist in Fußgängerzone

Hudiksvall - Gävle

Hudiksvall – Gävle

Wir machten erst mal Pause, denn uns steckte die Nacht zuvor noch in den Knochen. Da wir mit den Reiseberichten etwas ins Hintertreffen geraten waren, nutzten wir die nächsten zwei Stunden, die Erlebnisse der vergangenen Tage aufzuarbeiten. Im Anschluss ging’s auf eine kurze Erkundung der Innenstadt, die auf Grund der geschlossenen Geschäfte (ich sag’s ja, Sonntag!) wenig an Atmosphäre bot. Aber wir gönnten uns vor dem Rückweg zum Stellplatz noch ein leckeres Softeis mit Schokoladenstreuseln.

Gävle Hauptbahnhof

Gävle Hauptbahnhof

Irres Farbenspektakel in der Abendsonne Rathaus und Skulptur in Gävle

Irres Farbenspektakel in der Abendsonne Rathaus und Skulptur in Gävle

Montag, 14. September 2020

Wo bleibt der Laptop?

Wir hatten gehofft, dass unser Laptop an diesem Montag bei DHL in Gävle ankommen würde. So war es eigentlich mit dem Dienstleister abgesprochen. Daher fuhren wir gleich nach dem Frühstück zum DHL-Depot. Die Mitarbeiterin dort konnte aber nicht weiterhelfen und verwies uns auf PostNord. Das ist die Firma, die in Skandinavien die Postdienste der einzelnen Länder übernommen hat. Wir fuhren sofort dorthin. Hier fand man zwar den Status der Sendung im Computer, wusste aber trotzdem nicht, wo das Paket war. Schon merkwürdig, das Ganze. „Kommt mal morgen wieder“, sagte man uns. Wir hatten also Zeit und entschieden uns, ins 90 km westlich gelegene Falun weiterzufahren. Doch mehr darüber im nächsten Bericht.

 

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Siljansee in MoraSpiegelungen in Sundborn