Clisson

 In Frankreich 2023

Dienstag, 18. April 2023

Unser heutiges Etappenziel war Clisson, am Fluss Sèvre Nantaise gelegen, eine Fahrt von etwa drei Stunden. In Park4Night hatten wir einen Stellplatz im Zentrum ausgesucht, aber trotz einiger Gurkerei im recht engen Stadtzentrum konnten wir nichts finden. Der ausgewiesene Platz existierte wohl nicht mehr. Wir fuhren dann stadtauswärts, parkten bei der nächsten Gelegenheit und riefen bei der Tourismus-Info an. Dort erfuhren wir, dass nur ein Campingplatz am Ortseingang für Wohnmobilübernachtungen zur Verfügung stand. entweder kostenlos vor dem Eingang – wie uns die nette Dame von der Info erklärte – oder gegen Gebühr auf dem Campingplatz. Wir entschieden uns für die Gebühr und den Campingplatz, 16€ die Nacht. Es war ein kleiner, gemütlich anmutender Platz im Grünen oberhalb des Flusses Sèvre Nantaise. Den Platz konnten wir uns aussuchen, da nicht viel Betrieb war und wir fanden ein hübsches Eckchen umringt von blühenden Apfelbäumen – herrlich. Leben wie Gott im Frankreich! Friedlich, ruhig und beschaulich.

Montmorrillon - Clisson

Montmorrillon – Clisson

Blühender Apfelbaum neben unserem Wohnmobil auf dem Campingplatz

Blühender Apfelbaum neben unserem Wohnmobil auf dem Campingplatz

Nur ein paar Schritte entfernt gab es mehrere Läden (auch einen Lidl) und so war auch die Aufstockung unserer Vorräte gesichert. Nach Erledigung der Pflichten (Ver- und Entsorgung des Fahrzeugs, einkaufen etc.) spazierten wir in die Stadt – und waren sofort verzaubert vom mittelalterlichen Charakter des Ortes. Kopfsteinpflastergassen, eine Burgruine, Festung mit Türmen aus dem 11. und 17. Jahrhundert, Kirchen, alte Steinbrücken – wunderschön, diese auf einem Felsvorsprung errichtete Stadt!

Burgruine in Clisson

Burgruine in Clisson

Historische Brücke über den Fluss La Moine

Historische Brücke über den Fluss Le Sèvre Nantaise

Seit 2006 findet in Clisson alljährlich (im Juni) das Musikfestival Hellfest statt, vor allem Hard Rock, Metal und Punk/Hardcore  (da haben wir nochmal Glück gehabt ( … dass wir nicht zu der Zeit hier sind). Wir genießen die Ruhe hier während der Vorsaison und staunen über die uralte offene Markthalle mit den hölzernen Balken. Zeit für eine Kaffeepause, direkt vor der alten Markthalle, natürlich wieder einen “Café Allongé”!

Ladenzeile in der Altstadt neben der Markthalle

Ladenzeile in der Altstadt neben der Markthalle

Die mittelalterliche, nach allen Seiten offene Markthalle

Die mittelalterliche, nach allen Seiten offene Markthalle

Im Touristenbüro erklärte uns die junge Dame, dass die eine Hälfte des Ortes von toskanischen Einflüssen (Architektur) geprägt ist. Wir erkennen so etwas nicht immer  auf den ersten Blick, eher gar nicht – sondern brauchen den Hinweis darauf. Bei der Kirche “Notre Dame “war aber deutlich der italienische Einfluss nachvollziehbar.

Kirche "Notre Dame" im toskanischen Baustil

Kirche “Notre Dame” im toskanischen Baustil

Kaffeepause in Clisson

Kaffeepause in Clisson

und aus einer anderen Perspektive

und aus einer anderen Perspektive

Wir bummelten durch die Gassen. In der Altstadt war doch einiges mehr los, ein touristisches Highlight eben. Schließlich wurde es Zeit für eine Einkehr. Frederick entdeckte eine Bar. Die Männer an den Tischen hatten ein Getränk vor sich, das in einem Holzgestell stand. Flink gefragt, was das denn sei, Erklärung bekommen, und schon bestellte er sich auch ein “Kwak”, ein belgisches Starkbier, 8,5%! Ich blieb beim Rosé Wein. Eine interessante Erfahrung, das Kwak, schmeckte sehr gut, meinte Frederick.

Dazu noch die kleine Geschichte zu dem Namen und der Darreichungsart des Bieres aus dem Internet: Zu Napoleons Zeiten lebte der Brauer Pauwel Kwak, vor dessen Hotel „Horn“ täglich die Kutscher mit den Fahrgästen hielten und diese abluden. Jedoch konnten die Kutscher nicht aussteigen, um ein Bier zu genießen. So dachte sich der Brauer eine Vorrichtung aus, in die ein Glas gehängt werden kann. So konnten sich auch die Kutscher ein frisches Bier gönnen. Noch heute wird es im Glas mit dem Holzgestell serviert, das ist das Besondere daran – und natürlich der Geschmack des Bieres!

Biergarten in der Altstadt

Biergarten in der Altstadt

Kwak Bier, serviert im Holzgestell

Kwak Bier, serviert im Holzgestell

Der Fluss La Moine und die Burgruine

Der Fluss La Moine und die Burgruine

Ein weiterer Blick auf die Burgruine

Ein weiterer Blick auf die Burgruine

Wieder hatten wir einen wunderschönen Ort kennengelernt, der uns geradezu aufrief, ihn noch einmal anzufahren und mehr Zeit mitzubringen! Die Übernachtung auf dem Campingplatz war vollkommen ruhig. Gut ausgeschlafen, frühstückten wir gemütlich, diesmal traditionell deutsch, ohne französisches Baguette. Heute Nachmittag wollen wir Freunde in der Bretagne besuchen. Helen und Chris vermieten Wohnungen und wir waren im Jahr 2010 für fast sechs Monate ihre Gäste.

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Comments
  • Claus-Diter Aßmann
    Antworten

    Hallo Weltenbummler!
    Eine so große, offene Markthalle wird bestimmt auch als sehr zugig für die Beschicker empfunden. Grillen und offenes Feuer sind dort bestimmt nicht erlaubt…Ein bunter Frederick beim Kutscherbier – urig – sowohl als auch! Mal sehen, was noch alles so kommt!
    Gruß Assi

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Le Vieux Pont MontmorrillonStadtzentrum von Pontivy
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